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Es begann im wilden Norden...
Sitka, Klondike, Fairbanks, Iditarod – Orte, die nach 1880 goldfiebernde Glücksritter aus aller Welt in den hohen Norden Amerikas lockten. Sie standen vor der Herausforderung, bei subpolaren Temperaturen tonnenweise Ausrüstung und Nahrungsmittel zu den weit abgelegenen Claims zu bringen.

Schlittenhunde, bestens angepasst an das Klima, ausdauernd und belastbar, bewährten sich als ideale Helfer. Nachdem sie unentbehrlich für den Goldschürf-Betrieb wurden, entwickelten sich erste kleine Rennveranstaltungen. 1908 kam es mit dem „All Alaska Sweepstakes“ in Nome zum ersten größeren Wettrennen, das schon bald Teilnehmer aus aller Welt anlockte. Die Mutter aller heutigen Hundeschlittenrennen war entstanden.

Erst in den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts kam der Schlittenhundesport über die Schweiz und Skandinavien nach Europa. Heute werden Rennen in Norwegen, Schweden, Finnland, der Schweiz, in Österreich, Italien, Frankreich und Deutschland ausgetragen.

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Schlittenhunde – keiner wie der andere

Die Bezeichnung Schlittenhund ist ein Sammelbegriff, der keine einheitliche Hunderasse definiert. Schlittenhunde wurden ursprünglich für den harten täglichen Einsatz gezüchtet, ihr Aussehen spielte damals keine Rolle. Erst nachdem der Rennsport an Bedeutung gewann, entstand der Alaskan Husky, der heute das Bild auf vielen großen Wettbewerben bestimmt.

Es gibt ihn in unterschiedlichsten Farben und Varianten - ein Rassestandard existiert für Alaskan Huskys nicht, weshalb sie an Rennen für reinrassige Schlittenhunde nicht teilnehmen dürfen. Als reinrassig gelten in Deutschland lediglich der Siberian Husky, Alaskan Malamute, Samojede und Grönländer. Bei internationalen Rennen setzt sich jedoch der Europäische Schlittenhund (auch Skandinavischer Hound) immer mehr als Favorit durch. Er zeichnet sich durch seinen schlanken, hochbeinigen Körperbau und das relativ kurze Haar aus. Auch Michael setzt wegen ihres Tempos, ihrer Ausdauer und des ausgeprägten Sozialverhaltens auf europäische Schlittenhunde. Alle Schlittenhunde, ganz gleich welcher Rasse, verbindet das „Desire to go“ – die unbändige Lust am Laufen.
 

Rennklassen und Wettbewerbe

Der Schlittenhundesport unterscheidet mehrere Rennklassen: Die meisten Teilnehmer gehen mit drei oder vier Hunden vor dem Schlitten und treten damit in der 4-Hunde-Klasse an. Die 6-Hunde-Klasse und die 8-Hunde-Klasse sind deutlich dünner besetzt.

Die unumstrittene Königsdisziplin ist die Offene Klasse, in der Gespanne mit mehr als acht Hunden antreten, ohne Begrenzung nach oben. Die sind nur für Musher beherrschbar, die langjährige Erfahrungen bei Ausbildung, Training und Wettkampf verfügen und mit ihren Hunden ein perfekt eingespieltes Team vorweisen können. In der Speed-Klasse werden in der Regel Tagesdistanzen zwischen 19 und 50 Kilometern zurückgelegt, bei den Mitteldistanzrennen sind zwischen 35 und 70 Kilometer zu bewältigen. Langstrecken-Rennen führen Hunde und Musher über mehrere Tage und Wochen auf einen Trail von 1.800 Kilometern und mehr, wie etwa beim Iditarod-Rennen von Anchorage / Alaska nach Nome. Es wird von Tierschützern als problematisch erachtet, denn es führt Musher und besonders die Hunde nicht selten an die Grenzen ihrer Belastbarkeit.

Michael hat sich aus diesen Gründen nicht für die Langstrecken- sondern für die Speed- und die Mittelstrecken-Distanz entschieden, die meist über zwei bis drei Tage reichen. Solche Rennen werden von trainierten Hunden ohne Probleme gemeistert.

Internationale Meisterschaften

Die Rennen und Meisterschaften werden von den nationalen Schlittenhunde-Verbänden ausgetragen. Einige von ihnen beschränken sich dabei auf Schlittenhunde der anerkannten Rassen. Bei den Europameisterschaften der in der ESDRA (European Sled Dog Racing Association) zusammen geschlossenen Verbände sind alle Schlittenhunde willkommen, das Teilnehmerfeld ist damit in der Regel breiter und repräsentativer.

In Deutschland bietet der DSSV (Deutscher Schlittenhundesportverband) Deutsche Meisterschaften für reinrassige Hunde sowie offene Rennen an. Die hierzulande sowie im Ausland erzielten Punkte werden zugleich auf europäischer sowie auf internationaler Ebene gewertet, wenn sich die Fahrer vorher für die EM- bzw. WM-Teilnahme beim jeweiligen Verband qualifiziert haben.

Ähnlich dem Verbandssystem im Boxsport schreiben die beiden internationalen Dachverbände IFSS (International Federation of Sleddog Sports) und ISDRA (International Sled Dog Racing Association) die Weltmeisterschaften aus.

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Hund und Musher – eine Lebensgemeinschaft

Die Rennen und Meisterschaften werden von den nationalen Schlittenhunde-Verbänden ausgetragen. Einige von ihnen beschränken sich dabei auf Schlittenhunde der anerkannten Rassen. Bei den Europameisterschaften der in der ESDRA (European Sled Dog Racing Association) zusammen geschlossenen Verbände sind alle Schlittenhunde willkommen, das Teilnehmerfeld ist damit in der Regel breiter und repräsentativer.

Denn ein Hundeschlitten-Gespann kommt völlig ohne Lenkvorrichtungen, Zügel oder gar Peitschen aus – Tempo und Richtung werden nur durch Zuruf an den Leithund bestimmt. Jegliche Form von Zwang mindert die Leistungsbereitschaft der Hunde.
 

 

Tierschutz und Tierpflege – die obersten Gebote

Der Schutz der Schlittenhunde oberste Priorität und wird durch eine Vielzahl von strengen Auflagen geregelt. Bei jedem Wettbewerb ist ein Renntierarzt vor Ort, er den Gesundheitszustand der Vierbeiner vor und nach dem Rennen überprüft und jedem Team eine Freigabe erteilen muss, bevor es an den Start gehen kann.
 

Verletzt sich ein Hund oder übermüdet er während des Rennens, wird er sofort aus dem Gespann genommen und in einem speziellen Transportsack auf dem Schlitten bis ins Ziel gebracht, wo ihn umgehend der Tierarzt betreut. Auch im Training muss ein verantwortungsvoller Umgang mit Hounds und Huskys gewährleistet sein. Ein enger Kontakt des Mushers zum Tierarzt, eine optimale Ernährung, die sorgfältige Beobachtung von Gewicht, Fressverhalten und Ausscheidungen sowie die laufende Kontrolle von Pfoten, Muskeln und Gelenken bilden die Grundlage für Gesundheit, Leistungsvermögen und Lebensfreude.

Initiative Mush with P.R.I.D.E.

Dazu trägt auch „Mush with P.R.I.D.E.“ (Providing Responsible Information on a Dog's Environment) bei – ein freiwilliger Zusammenschluss, der von Alaskanischen Mushern gegründet wurde und dem sich inzwischen weltweit viele tausend Fahrer angeschlossen haben.

Die Initiative hat zum Ziel, Musher laufend weiter zu qualifizieren, sie noch stärker für die Bedürfnisse ihrer Hunde zu sensibilisieren und einheitliche Standards für den Umgang mit den Hunden zu etablieren. Michael ist nicht nur Mitglied dieser Initiative, sondern bildet als „Better-Mushing“- Beauftragter auch selbst Fahrer aus.
 

 

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